Was genau ist matter?

Mit matter lassen sich Leuchten, Thermostate,  Sensoren und andere Komponenten lassen sich künftig ganz einfach per Smartphone oder Amazon Alexa steuern. Direkt nativ, ohne Installation von zusätzlichen Apps.

Was definiert der Standard?

matter schafft eine gemeinsame Basis für die Steuerung von Smarthome-Produkten. Damit funktioniert ein und dasselbe Gerät in verschiedenen Systemen. Ein Zwischenstecker, der auf Amazon Alexa hört, harmoniert zum Beispiel auch mit Apple HomeKit, dem Google Assistant, Samsung SmartThings oder einer anderen kompatiblen Lösung . Eine matter-Funktion namens Multi Admin sieht sogar den gleichzeitigen Betrieb in mehreren Smarthome-Systemen vor. Demnach könnten Familien- oder Haushaltsmitglieder das Gerät mit dem digitalen Assistenten oder der Smartphone-App ihrer Wahl bedienen. Es gilt jeweils der zuletzt gegebene Befehl.

Wer unterstützt matter?

matter geht auf eine gemeinsame Initiative von Amazon, Apple, Comcast, Google, SmartThings und der damaligen Zigbee Allianz zurück. Die Gründungsmitglieder riefen Ende 2019 ein Projekt namens Connected Home over IP ins Leben, später auch unter dem Kürzel CHIP bekannt. Andere Unternehmen traten bei und mittlerweile zählt die Arbeitsgruppe mehr als 200 Mitglieder. Rund 2000 Ingenieure und Softwareentwickler weltweit arbeiten aktuell am Standard (Stand September 2022). Als ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist der Software-Code entstanden, der quelloffen (open source) und damit für jedermann frei zugänglich ist.

Was haben Nutzerinnen und Nutzer davon?

Für Endkonsumenten dürfte vieles einfacher werden. Zum Einrichten von matter-Geräten ist theoretisch keine App des Herstellers mehr notwendig. Diese Aufgabe können in Zukunft die Programme von Amazon, Apple, Google oder einem anderen matter-Unterstützer übernehmen. Mit solchen Apps lassen sich die verbundenen Geräte anschließend auch bedienen und automatisieren. Was nicht heißen soll, dass es keine Hersteller-Apps mehr geben wird. Schon aus eigenem Interesse dürften sich viele Anbieter etwas einfallen lassen, um Menschen für die Installation ihres Programms zu gewinnen – etwa mit Funktionen, die über das gängige matter-Repertoire hinausgehen. Weiterer Vorteil: matter hat ein Mindestmaß an Sicherheit gleich eingebaut (Security by Design). Die Produkte sollen so konstruiert sein, dass sie abhörsicher kommunizieren. Jede Nachricht, die über das Netzwerk geht, muss verschlüsselt und authentifiziert werden – damit sich kein fremder Teilnehmer als Smarthome-Gerät ausgeben kann, um falsche Befehle einzuschleusen oder die Kommunikation abzuhören. Spezielle Schutzmechanismen sollen verhindern, dass Hacker über gefälschte Updates zum Beispiel Schadsoftware auf dem Gerät installieren. Ein weltweites Botnetz aus ungeschützten IoT-Geräten, wie es zum Beispiel für den Mirai-Angriff im Jahr 2016 verantwortlich war, soll damit verhindert werden.